Nicht nur im Show-Ring, sondern auch als Mitglied einer Rettungshundestaffel erfolgreich.
DJCH, Bundesjugendsieger 97, Europajugendsieger 97, Deutscher Champion

Carlo vom Bramautal

 

 

Nachfolgender Bericht wurde im
Club-Report Heft 1 / März 1999 des Clubs für Britische Hütehunde
und in englischer Sprache auch in
The Nutshell No. 94, 1999
des English Shetland Sheepdog Club
veröffentlicht.

Uns allen ist bekannt, daß ein Sheltie intelligent und leicht zu führen ist. Aber ist er auch neben sportlichen Aktivitäten oder Hütearbeiten auch zu weiteren Dingen fähig? Schon mit ca. 5 Monaten begann ich mit meinem Sheltie-Rüden Carlo vom Bramautal mit der Fährtenarbeit. Ich legte auf einer Strecke von circa 40 Metern im Abstand von 1-2 Metern Welpenfutter aus. Nachdem ich Carlo zum ersten Welpenkorn geführt hatte begann er sehr schnell, alle weiteren Körner auf der Fährte aufzusammeln. Nach und nach habe ich dann den Abstand der ausgelegten Körner vergrößert und nach einigen Wochen nur noch am Ende der Fährte eine Belohnung ausgelegt. Es war jedesmal eine Freude zu sehen, wie Carlo, trotz der immer länger werdenden Wege, die Fährte lesen konnte. Angeregt durch diese Erfahrungen wechselte ich dann mit Carlo im Alter von 8 Monaten zu einer Rettungshundestaffel. In Gruppenarbeiten mußte sich Carlo zunächst im Verhalten mit anderen Hunden (meistens waren es Deutsche Schäferhunde) bewähren. Danach folgten die Gehorsamsübungen. Gehen und laufen mit und ohne Leine neben seinem Führer, sitz, platz, ablegen und herankommen, durchqueren einer Menschengruppe. Zu diesen Übungen kamen dann noch bei der ersten Prüfung zwei Schüsse aus einer Pistole, wobei der ohne Leine geführte Hund unbeeindruckt bleiben soll und ein

Außerdem mußte Carlo lernen auf Leitern zu klettern und zu balancieren, über Wippen, Faßbrücken, Tonnen und schwankenden Planken zu gehen. Auch darf er vor unangenehmen Untergründen, flatterndem Maschendraht und losem Blech nicht halt machen. Er mußte Gefahren einschätzen lernen und sich danach entsprechend bewegen. Eigentlich ist dies für einen Sheltie eine sehr schwierige Aufgabe. Er braucht hierzu volles Vertrauen zu seinem Führer. Nach ersten Suchübungen, zunächst durfte Carlo sein Herrchen auf dem Übungsplatz suchen, zeigte sich sehr schnell, welche Intelligenz ein Sheltie besitzt.

Schon nach kurzer Zeit spürte Carlo auch fremde Personen zielstrebig auf dem Übungsgelände auf. Ein Problem war jedoch das Anzeigen der gefundenen Person, da Carlo noch nicht bellen wollte. Dies gab sich jedoch, als Carlo ca. 13 Monate alt war. Danach machte er immer mehr auf seine Fähigkeiten in der Flächensuche aufmerksam. Aufgrund der gezeigten Leistungen wurde Carlo bereits mit 16 Monaten zu seinem ersten Einsatz gerufen. Die vermutlich vergrabene Leiche konnte jedoch von keinem der Hunde unserer Staffel gefunden werden. Doch schon wenige Wochen später, bei seinem zweiten Einsatz spürte Carlo eine tote Frau in einer dichten Tannenschonung auf. In einem weiteren Einsatz sollte ein kleines Mädchen in einer stillgelegten Zementfabrik gesucht werden.

Aufgrund seiner Erfolge wurde Carlo auch zu weiteren Einsätzen von der Polizei gerufen. So sollte Carlo, zusammen mit dem technischen Zug der Polizei, wiederum eine vergrabene Leiche aufspüren. Auf einem einsam gelegenen Weizenfeld zeigte Carlo zusammen mit 2 weiteren Suchhunden eine Stelle auf dem Boden durch Graben an. Der daraufhin dort eingesetzte Bagger förderte dann aus 80 cm Tiefe hunderte tote Hühner zu Tage. Es war zwar nicht schön für unsere Nasen, aber immerhin besser als wiederum eine Leiche zu finden.

Der nächste Einsatz fand zusammen mit 200 Polizisten an einem See mit Campingplatz statt. Ein junges 16 jähriges Mädchen war dort seit 2 Tagen verschwunden. Diese Suchaktion wurde begleitet, von Zeitungs-, Rundfunk- und Fernsehteams. Nach 3 Stunden wurde jedoch die Suche abgebrochen, da sich die Vermißte aufgrund von Rundfunkmeldungen bei der Polizei meldete.
Eine weitere Suche fand dann noch wenige Wochen später bei Nacht statt. Der Polizei wurde ein Motorradunfall gemeldet. Gegen 3:00 Uhr erreichte uns die Alarmmeldung und ca. 45 Minuten später war Carlo zusammen mit den anderen Hunden der Rettungshundestaffel vor Ort. Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr warteten auf den Einsatz der Rettungshunde. Nach Angaben der Polizei ging man davon aus, daß der Fahrer des Motorrades im Schock in ein angrenzendes Weizenfeld gelaufen ist. Die Feuerwehr konnte in der Dunkelheit nur den Feldrand mit Ihren Scheinwerfern absuchen. Dabei fanden Sie lediglich den Helm des Motorradfahrers. Wir suchten daraufhin mit unseren Hunden das Weizenfeld ab. Leider ohne Erfolg. Der Fahrer des Motorrades meldete sich jedoch wenige Stunden später bei seiner Ehefrau.
Voraussetzung für solche Suchleistungen ist ein wöchentliches Training der Hunde. Shelties lieben es, selbständig zu arbeiten, wobei sie bei der Flächensuche teilweise außer Sichtweite des Hundeführers sind. Hier sind Hundeführer mit gutem Gehör gefragt, da der Hund seinen Erfolg durch Bellen anzeigt und so lange beim Opfer bellt, bis der Hundeführer ihn abholt.

 

 

Straßenverkehrstest
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